Baukredite?

Baukredite dienen in der Regel der Finanzierung eines Bauvorhabens oder zur Realisierung eines Immobilienerwerbs. Bei Baukrediten liegen die Laufzeiten in der Regel bei mindestens 5 Jahren, wobei in der Praxis Laufzeiten von bis zu 35 Jahren nicht unüblich sind. Das ausgezahlte Geld muss entsprechend für die Immobilienfinanzierung verwendet werden und darf nicht zweckentfremdet werden.

Aufgrund der Tatsache, dass Baukredite durch die finanzierte Immobilie in hohem Maße abgesichert sind, ist das Ausfallrisiko für die kreditgebende Bank von vorne herein sehr begrenzt. Dementsprechend können die Banken Baukredite für sehr niedrige Zinsen vergeben. Baukredite werden in Deutschland von Banken, Immobilienbanken oder Bausparkassen bereitgestellt.

Die Zinsen für Baukredite sind in der Regel für mindestens fünf Jahre festgeschrieben. Das heißt, dass innerhalb dieses Zeitraums eine Änderung der Zinsen durch die Bank nicht möglich ist. Nach Ablauf dieser sogenannten Zinsbindung müssen die Zinsen dann neu verhandelt werden. Hieraus ergibt sich ein Zinsänderungsrisiko, welches aber durch die Vereinbarung einer entsprechend längeren Zinsbindung vermeiden lässt. In der Regel sollte sich die Dauer der Zinsbindung an der Darlehenslaufzeit orientieren. Gerade in Niedrigzinsphasen sollte nicht auf die Vereinbarung einer möglichst langen Zinsbindung verzichtet werden, da das Zinsänderungsrisiko hier besonders hoch ist. Allerdings führt eine längere Zinsbindung auch zu einem höheren Effektivzins.

Viele Bauherren und Immobilienkäufer nutzen auch Baukredite aus dem Ausland, sogenannten Fremdwährungskrediten, mit denen die Kreditnehmer von den niedrigeren Zinsen im Ausland profitieren. Die Risiken bei Baukrediten in einer fremden Währung sind auf Wechselkursschwankungen und Zinsänderungsrisiken begrenzt. Diese Risiken lassen sich allerdings durch den Abschluss entsprechender Absicherungsgeschäfte (Währungscaps) und der Vereinbarung einer entsprechenden Zinsbindung ausschließen.

Neben Fremdwährungsdarlehen haben viele Bauherren in den letzten Jahren auch endfällige Darlehen für sich entdeckt. Bei diesen Darlehen erfolgt die Darlehenstilgung erst am Ende der Laufzeit. Bis zum Vertragsende spart der Kreditnehmer monatlich in einen Fondssparplan oder eine Lebensversicherung an. Das gebildete Kapital dient am Ende der Laufzeit zur Ablösung des bestehenden Darlehens. Aufgrund der großen Unsicherheiten sind diese Finanzierungskonzepte allerdings sehr riskant. Starke Wertverluste bei der Anlagekomponente können letztlich dazu führen, dass am Ende der Darlehenslaufzeit kein ausreichender Kapitalstock gebildet ist und das Darlehen nicht abgelöst werden kann.